Radtage Klausen- und Pragelpass 2018

Tipsi

Stammgast
Ort
Muttenz
Radtage Klausen- und Pragelpass
22./23. September 2018

Beim stöbern auf der Festplatte ist mir dieser Bericht aufgefallen, den ich nie veröffentlicht habe. Somit ist dies ein alter, aber trotzdem neuer Bericht. :)


Links/Verweise
Der übliche Hinweis vor dem Bericht: Sämtliche Links/Verweise hüpfen auf die Karte der Webseite map.schweizmobil.ch, auf Swisstopo (map.geo.admin.ch), zum Verein Freipass (www.freipass.ch) oder auf Bromptonauten.cc.

Drei Jahre ist es bereits her, als ich zum letzten Mal mit meiner Lieblingsvelotourbegleiterin zusammen in die Pedale trat. Umso mehr war ich erfreut, als sie vorschlug, die beiden Pässe Klausen und Pragel zu bezwingen. Der Verein Freipass (www.freipass.ch) sperrte zu gewissen Zeiten diese Pässe für Motorfahrzeuge, so dass Veloleute mehr oder weniger ungestört diese befahren konnten.


Zur Info: Der Verein Freipass gibt es zwar noch, sperren aber keine Passstrassen mehr. :(


Allgemeines
Für mich war klar, dass ich mein Brompton für diese beiden Pässe benutzen werde. Bisher überquerte ich diverse Pässe immer mit schwerem Gepäck (Anhänger und Fronttasche). Nun hatte ich die Gelegenheit, diesmal ohne Anhänger zu testen und ausserdem fährt ja das Brompton (P-Lenker, 12 Gänge (46er Kettenblatt, Mountain Drive, SRAM 13er/15er Ritzel), Schutzbleche, Gepäckträger, SON Nabendynamo, Schwalbe Marathon) im Zug gratis mit.

Die Höhenmessung war auch wieder Barometrisch und haute mich auf dem Klausenpass aus den Socken: Nur -1m Differenz. So genau war die Messung bis jetzt noch nie. Auf dem Pragel hingegen betrug die Abweichung -15m. Das ist für eine Messung über den Luftdruck noch eine gute Abweichung (bei einem Höhenunterschied von -206m und +1077m).


Infos zu kleinen Bildschirmen: Auf kleineren Bildschirmen als 1920x1080 ist es oft so, dass die Ausschnitte auf map.schweizmobil.ch zu klein sind und die Namen der Ortschaften, welche ich erwähne, sich ausserhalb der Anzeige befinden. Hier muss mit der Maus oder dem Finger entsprechend die Karte verschoben oder der Ausschnitt verkleinert werden.

Hier noch die Route, welche bei Veloland (map.schweizmobil.ch) Als Route 4 sichtbar ist.

Von Linthal (oben rechts) rauf zum Klausenpass (unten links)

Und jetzt zum ersten Pass.
 
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Klausenpass
Strecke: ca. 46km
Höhenmeter: ca. 1280m

Die Besammlung war vor 10.00 Uhr in Linthal (Kanton Glarus CH). Als ich (leider konnte meine Lieblingsvelotourbegleiterin am Samstag nicht teilnehmen) da eintraf, waren nicht allzu viele Leute am Start. Das Wetter (bewölkt, keine Sonne, 12°C) war anscheinend nicht so einladend und ich schätzte mal, dass ca. 60 Leute da waren. Wie viele auf der Urner Seite am Start standen, wusste ich nicht. Kurz vor dem Start erklärte uns der Redner, dass trotz Sperrung die allgemeinen Verkehrsregeln gelten (rechts fahren) und trotzdem Verkehr wie z.B. Postauto sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge möglich sind. Auch Kühe und deren Fladen könnten sich auf der Fahrbahn befinden.

Nach dem Startschuss (jep, der Redner hatte eine Pistole) traten in der ersten Reihe mehrere Leute wie Rennfahrer stehend in die Pedale und rauschten davon. Als ich mich so in den hinteren Reihen umsah, hatten fast alle ein Grinsen im Gesicht, als sie sahen, wie die vordersten so energisch starteten. Nachdem ich viele FahrerInnen an mich vorbei ziehen lies, machte ich mich auch gemütlich auf den Weg. Nach ca. 300m kam ich mir vor wie auf der Tremola: Die Strasse war auf einer Länge von etwa 400m mit Pflastersteinen versehen.


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Bei der zweiten Kurve stand ein nettes rotes Schild, welches Angaben zum Höhenunterschied mit der entsprechenden Weglänge enthielt:

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Zum Glück war bald die Strecke wieder normal asphaltiert, womit dieses Geschüttel endlich aufhörte und ja, trotz P-Lenker schüttelte es auch meine Arme ziemlich durch. Ab jetzt war ich gespannt, wie viele Höhenmeter ich schaffen würde, bevor ich eine Pause benötigte. Wenn ich mit dem Anhänger unterwegs war, pausierte ich ca. alle 50 Höhenmeter und verschnaufte. Nun überholte ich bereits die ersten Velofahrer. Aber nicht, weil ich der supertrainierte Bergfahrer (ich bin immer noch männlich, grins) war, sondern weil die meisten Leute mit einer Jacke, einem Pullover oder sonstigem Langarmkleidungsstück gestartet waren. Ich war bereits von Anfang an mit einem T-Shirt unterwegs (immer noch 12°C).

Die Passstrasse stieg und stieg, ich überholte immer wieder ein Velo, einige Spätstarter überholten mich und nach ein bisschen mehr als einer Stunde Fahrt machte ich die erste Pause. Ein Blick auf den Velocomputer mit kurzem Kopfrechnen ergab, dass ich ca. 583 Höhenmeter ohne Anhalten hinter mich brachte (bei ca. 8km Wegstrecke). Für diejenigen, die noch gerne weitere Daten haben möchten:

Teilstrecke: 8km
Höhenmeter: 583
Geschwindigkeit Ø: 7.54km/h
Steigung Ø: 6% Max: 10%
Steigrate Ø: 7Hm/min
Trittfrequenz Ø: 79U/min
Herzfrequenz Ø: 156 Schläge/min

Nach dieser Pause rollte ich ca. 550m weiter und erreichte den Anfang des Urner Bodens, womit die Steigung ziemlich abnahm und immer wieder Häuser links und rechts auftauchten. Öfters sah ich weisse Schilder wie hier auf dem Bild.


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Auf dieser Ebene wurde ich wieder von Rennvelofahrern überholt. Aber auch ich konnte meine Geschwindigkeit steigern und so ca. 30 Velofahrer/innen locker überholen. Na ja, leider war dies nicht meiner super Leistung geschuldet, denn diese VelofahrerInnen sassen alle im Restaurant. Nach 23 Minuten, 98 Höhenmeter und 5.55 km Fahrt begann die Strasse wieder zu steigen. Hier die Daten zur Strecke auf dem Urner Boden:

Teilstrecke: 5.5km
Höhenmeter: 135m
Geschwindigkeit Ø: 14.48km/h
Steigung Ø: 2% Max: 10%
Steigrate Ø: 4Hm/min
Trittfrequenz Ø: 83U/min
Herzfrequenz Ø: 139 Schläge/min

Nun fuhr ich wieder mit langsamer Geschwindigkeit bergauf. Langsam bedeutet, dass ich zuerst mit etwa 7.2 und später mit 6.2km/h die Strasse hinauf „kroch“. Jep, auch hier wurde ich von einigen schnelleren Velofahrern überholt. Sechs 180 Grad Kurven später hatte ich einen schönen Blick zurück auf den Urner Boden.


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Bei den Häusern von Vorfrutt wurde die Strecke künstlich mit vielen Kurven verlängert. Für ca. 300m Luftlinie durfte ich 1.1km auf der Strasse radeln. Beim Blick zurück auf die Häuser zeigte mir, dass sich noch viele Radfahrer nach der offiziellen Startzeit auf die Strecke wagten oder die Trinkpause auf dem Urner Boden beendet hatten.

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Auf jeden Fall freute ich mich, als ich am 1km-Schild vorbeikam.

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Aber bevor ich das Ziel Klausenpass erreichte, gab es nochmals einen kurzen Zwischenstopp. Eine nette Dame und ein netter Herr verkauften Honig. Und da ich sehr gerne Honig geniesse, musste ich ein Glas kaufen. Und für die letzten paar hundert Meter spielte das Mehrgewicht von 500 Gramm auch keine Rolle mehr. Ein paar Minuten und zwei drei Höhenmeter später kam ich endlich auf dem Klausenpass an. Dort erhielt ich gesponsert von Coop ein Getränk. Und nun die Daten von der Strecke Urner Boden bis zum Klausenpass:

Teilstrecke: 7.9km
Höhenunterschied: 564m
Geschwindigkeit Ø: 6.72km/h
Steigung Ø: 6% Max: 9%
Steigrate Ø: 6Hm/min
Trittfrequenz Ø: 81U/min
Herzfrequenz Ø: 156 Schläge/min

Eigentlich wollte ich das obligate Passschildphoto schiessen, aber leider war ich nicht der Einzige mit dieser Idee. Darum genoss ich zuerst einen Teller Spaghetti, der alles andere als preiswert war. Da wurde neben dem üblichen Schweizer Preis die Kurtaxe, Höhenluftzuschlag und Sitzbankmiete dazu gerechnet. Aber die Spaghetti mit Sauce waren köstlich. Nachdem mein Bauch gefüllt war, hatte sich die Schlange vor dem Passschild massiv verkürzt.


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Über den Pass blies ein leichter, aber kalter Wind. Somit zog ich für die Abfahrt eine Regenhaube über den Helm, die Hände packte ich in meine Faserpelzhandschuhen und ich hoffte, dass die winddichte Jacke ausreicht. Leider spürte ich die die Kälte im Gesicht und musste unterwegs vor dem Urner Boden eine Pause einlegen, um mein eingefrorenes Gesicht wieder aufzutauen. Einen Vorteil hatten allerdings diese tiefe Temperaturen: Ich musste mir nie Sorgen um zu heisse Felgen machen. Wie die Daten bei der Abfahrt bis zum Startpunkt in Linthal waren, erfahrt Ihr nun hier:

Geschwindigkeit Ø: 37.40km/h
Geschwindigkeit max: 54.89km/h
Sinkrate Ø: -30Hm/min

Leider war die Sperrung des Passes für den motorisierten Verkehr nicht von allen befürwortet worden. Der Dorfladen sowie diverse Restaurantbetriebe waren über den zu geringen Besuch der VelofahrerInnen in ihren Betrieben alles andere als begeistert. Der Klausenpass wird ja über die Wintermonate gesperrt, so dass die Betriebe sehr auf guten Umsatz während den anderen Tagen angewiesen sind.


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Blick Richtung „Uf em Port“ (Auf dem Port) des Urner Bodens

Diesen Tag habe ich sehr genossen und zum Glück war das Wetter auf der Seite der VelofahrerInnen. Ob dieser Anlass im 2019 wieder stattfindet, hängt nun von „Schweiz Tourismus“ ab.

Zur Info: Ich besuchte den Anlass zwischen 2019 bis 2021 nicht mehr. Der damalige neue Sponsor wollte eine Anmeldung und das Recht, Namen, Bilder oder meine Stimme für Publikationen, Internetseiten, Medienberichten, Videos, Webcasts und anderen PR-Zwecke zu verwenden (Organisator, Sponsoren und Partnern). Somit hätte ich im dümmsten Fall ohne Entgeld für Sportkleiderwerbung herhalten müssen. Und wer genau mit Partnern gemeint war, wusste ich auch nicht.

Im 2022 übernahm der alte Organisator ohne Sponsor den Anlass. Zwar blieb die Anmeldung und diese Klausel bestehen, aber das störte mich nicht, da evtl. ein Bild mit mir nur zu Werbezwecken für diesen Anlass verwendet wird. Ausserdem versicherte ein Organisator bei Quäldich.de, dass keine Daten weitergegeben werden. Neu läuft dieser Anlass unter dem Namen Klausen Monument.
 
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Pragelpass
Strecke: ca. 62km
Höhenmeter: ca. 1130m

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Die Route bei Veloland (map.schweizmobil.ch) sieht so aus:

Von Linthal (unten mitte) auf der Route 4 über Glarus (oben rechts der Mitte) auf der Route 83 zum Pragelpass (linke Seite Mitte)

Um 9.10 Uhr sassen wir (meine Lieblingsvelotourbegleiterin und ich) auf den Velos und rollten auf dem Veloweg von Linthal über Schwanden nach Glarus. Die Strecke war sehr angenehm, da sie mehr oder weniger bergab ging. Hier die Daten des ersten Teils:

Teilstrecke: 17km
Höhenmeter: -192m sowie +30m
Geschwindigkeit Ø: 18.51km/h
Steigung Ø: 2% Max: 4%
Gefälle Ø: -1% Min: -10%
Steigrate Ø: 4Hm/min
Sinkrate Ø: -6Hm/min
Trittfrequenz Ø: 79U/min
Herzfrequenz Ø: 108 Schläge/min

Der Start in Glarus war um 10.00 Uhr geplant. Leider verpassten wir ihn um 15 Minuten. Nun hatten wir zwei Möglichkeiten für die Weiterfahrt zum Klöntalersee: Entweder wir nehmen die Route vom Organisator über den „Hintersaggberg“ (Hintersackberg) in der Nähe der Schwammhöchi (Schwammhöhe), welche auch für den Motorverkehr gesperrt wurde oder auf der Strasse entlang neben dem Bach Löntsch, wobei dort regelmässig Autos und Töffs fahren werden. Nun, damit wir ein wenig Zeit aufholen können, sparten wir uns in etwa 200 Höhenmeter und nahmen die Route der Löntsch entlang. Diese führte durch den Wald und an ein paar Stellen war die Strasse so eng, so dass ein Auto mehr schlecht als recht mit einem Velofahrer kreuzen oder ihn überholen konnte.

Auf dieser Bergauffahrt hatte ich mich ziemlich genervt und mich über den Fortschritt der Akkubatterien aufgeregt: Eine E-Velofahrerin hat uns überholt. Grundsätzlich ist es mir egal, wenn an mir ein E-Bike vorbeifährt. Aber diese Fahrerin hatte eine Trittfrequenz von unter 50 und der Oberkörper wackelte nur minimal hin und her. Sie missbrauchte das Gefährt in meinen Augen als Elektro-Motorfahrad. Vor ca. 15 Jahren hätte dies die Batterie massiv geleert, aber heutzutage können diese ja viel mehr Energie speichern. Naja, zurück zur Bergfahrt. Nach ein bisschen weniger als 7 Kilometer hatten wir den Klöntalersee erreicht.

Teilstrecke: 6.88km
Höhenmeter: 379m
Geschwindigkeit Ø: 7.25km/h
Steigung Ø: 7%
Steigung max: 12%
Steigrate Ø: 7Hm/min
Trittfrequenz Ø: 79U/min
Herzfrequenz Ø: 143 Schläge/min

Vom See hörte ich bis dahin nur gutes, wie schön er sei, wie toll man wandern könne und und und. Naja, als ich ihn dann sah, war ich enttäuscht. Der See an sich war schon schön, aber die Umgebung haute mich nicht aus den Socken. Wie dem auch sei, die erholsame ebene Fahrt am linken Seeufer entlang genossen wir trotzdem.

Swisstopo Luftbild - Klöntalersee

Teilstrecke: 4.93km
Höhenmeter: 4m
Geschwindigkeit Ø: 17.80km/h
Trittfrequenz Ø: 77U/min
Herzfrequenz Ø: 119 Schläge/min

Am Ende des Sees bei Vorauen begann die Strecke wieder zu steigen und ab hier gefiel mir die Landschaft weitaus besser. Nach ein paar Höhenmeter trafen wir ein Tamdem an, welches eine Mischung aus Liegefahrrad und einem normalen war. Und die beiden zogen einen Anhänger mit einem Hund hinter sich her. Das nenne ich Leistung erbringen. Bei diesem Aufstieg gab es immer wieder herrliche Ausblicke auf den Klöntalersee.

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Bei Vorderrichisau begann wieder für ca. 1,2km eine flächere Strecke, auf der wir uns wieder erholen konnten. Bei Gampel kam dann ein schreckliches 18% Schild. Aaahhhhh, bis ca. 12% finde ich eine Steigung noch nicht schlimm. So ab 13%-15% ist sie so so la la, aber 16%-18%? Nur aaahhhhh.

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Etwa einen Kilometer nach diesem netten Schild führt der Weg durch einen schönen Wald. Hier überholte uns wieder ein Elektrovelo. Ich frage mich manchmal, warum man einem Kind ein Elektrovelo gibt (vielleicht sogar schenkt). Okay, immer noch besser als ein Mofa, aber ob dieses Kind jemals wieder auf ein motorloses Velo steigen wird?

Inzwischen verliessen wir wieder den Wald. Bis jetzt war die Strasse nicht allzu steil, somit war die 18%-Stelle noch vor uns. Kurz vor der Überquerung des Chlönbaches kam ein Hindernis in der Strasse, welches von allen ungefederten Velos gefürchtet wird: Ein Viehrost. Den mussten wir uns merken, damit wir bei der Abfahrt vor diesem Rost abbremsen würden.

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Eine Kurve weiter kam Aufregung auf. Irgend ein Auto aus Luzern hat es nicht für nötig befunden, das Fahrverbot zu beachten. Es wurde unter Protest vorbei gelassen. Und hier trafen wir zwei Familien an, die mit ihren 3 Kindern die Passstrasse auf normalen Velos bezwangen. Und diese drei Kinder waren ca. 9-11 Jahre alt und ich bin mir sicher, sie werden sich auf die Abfahrt freuen. Dann, endlich 1,5 Kilometer später haben wir den Pragelpass erreicht. Nach einem kurzen Stück auf dem Plateau fuhren wir auf einem Feldweg zum Restaurant. Dort trafen wir einen anderen Bromptonfahrer an. Er kroch mit einem 6-Gänger hierher und erzählte, dass er nur einmal fast schieben musste, da zeitweise ein ziemlicher Gegenwind ihm ins Gesicht blies. Leider konnten wir unser Gespräch nicht vertiefen, da er nun die Abfahrt mit seinen Leuten in Angriff nahm.

Archivbild bei Freipass.ch

Wir setzten uns an einen Tisch mit zwei Herren und unterhielten uns über das Brompton, die Strecke und wo die 18%-Stelle sein gewesen könnte. (Spätere Recherchen im Internet ergaben, dass dieses Schild vielleicht noch die Steigung der alten Passstrasse anzeigte. Allerdings kann dies nicht stimmen, da die alte Passstrasse 150-200m vor dem Schild auf die Weide abbog.) Nach dem Essen rollten wir wieder zur asphaltierten Strasse zurück und knipsten unser obligates Passschildphoto.

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Hier noch die Daten seit dem See:

Teilstrecke: 10.90km
Höhenmeter: 698m
Geschwindigkeit Ø: 6.04km/h
Steigung Ø: 6%
Steigung max: 11%
Steigrate Ø: 6Hm/min
Trittfrequenz Ø: 77U/min
Herzfrequenz Ø: 147 Schläge/min

Die Abfahrt war herrlich. Da es zum Glück keine allzu steilen Stellen gab, wurden die Bremsen auch nicht arg in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Viehrost lief eine Kuhherde auf der Strasse Richtung Tal. Als wir uns von hinten näherten, wurden die Kühe schneller. Wir wollten sie eigentlich überholen und wann immer möglich nicht erschrecken, aber das war alles andere als leicht. Die Strasse war schmal; erhöhten wir das Tempo, liefen die Kühe schneller. Wir brauchten etwa 4 Minuten, bis wir die Kuhherde hinter uns brachten.

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Die weitere Abfahrt und die schönen Aussichten ins Tal runter genossen wir in vollen Zügen. In Glarus auf dem Bahnhof mussten wir uns leider voneinander verabschieden. Hier die Daten der ganzen Abfahrt:

Teilstrecke: 22.71km
Höhenmeter runter: 1081m
Höhenmeter rauf: 25m
Geschwindigkeit Ø: 23.72km/h
Gefälle Ø: 4%
Gefälle max: -11%
Sinkrate Ø: -26Hm/min
Trittfrequenz Ø: 77U/min
Herzfrequenz Ø: 111 Schläge/min



Zum Schluss
Diese beiden Anlässe waren meine ersten dieser Art. Ich bin ja alles andere als der schnellste Velofahrer. Somit schwang im Vorfeld ein wenig Angst mit, dass ich nicht an den rechten Strassenrand für eine Pause komme. Ich stellte mir vor, dass hunderttausendmillionen (also sehr sehr viele) Leute an diesem Anlass teilnehmen und ich dann vorne, hinten und beiden Seiten von Velos zugemauert werde.

Diese Angst verflog aber zum Glück sehr schnell. Bei beiden Anlässen waren auch Familien dabei, wurden Kinder im Anhänger mitgenommen und die rechte Strassenseite war immer für eine Pause erreichbar. Es war eine lockere Stimmung und die meisten Leute waren aufgestellt, hatten auch ein Lächeln im Gesicht (vor allem die E-BikefahrerInnen, wenn sie wieder jemanden überholen konnten).

Griessli
Tipsi
 
@Tipsi: Was war der Grund, beide Pässe auf der gleichen Strecke wieder zurück zu fahren ? Beim Klausen kann ich es nachvollziehen, bis Altdorf rollt es sich nicht so lustig. Aber warum nicht den Pragel überqueren ?
 
Salli Neuffen

Meine Lieblingsvelotourbegleiterin wohnt in Linthal und ich habe bei ihr zu Hause übernachtet. Von dem her musste ich beim Klausenpass wieder auf der gleichen Seite runter rollen. Allerdings habe ich mir schon überlegt, ob ich nicht bis Altdorf runter fahren soll, anschliessend wieder mit dem Postauto auf den Klausenpass rauf um dann wieder auf Linthal runter zu rollen. Ich wusste aber damals nicht, wie lange dieser Abstecher nach Altdorf und zurück dauern wird.

Beim Pragelpass hätten wir uns oben trennen müssen. Sie wieder zurück nach Glarus und ich auf der anderen Seite runter über Muotathal bis zum Bahnhof Schwyz. Allerdings wollten wir diesen Anlass zusammen geniessen und somit kam mir auch nie die Idee, auf der anderen Seite des Pragelpasses runter zu rollen.

Bist Du schon mal mit dem Brommie den Pragel runter nach Muotathal gerollt?

Griessli
Tipsi
 
Hallo Tipsi

Vom Pragelpass kenne ich nur die Glarner Seite, zumal ich für den Grossteil des Anstiegs das Postauto bis zum Klöntalersee genutzt habe. Nicht jeder Pass ist wirklich Brommie geeinigt. Weniger lustig fand ich aufgrund seiner Bodenplatten den Lukmanierpass ins Tessin. Ich kam mir vor wie im Interzonenzug hinter Probstzella und gleichzeitigem DDR Autobahnfeeling. Den Klausenpass kenne ich von beiden Seiten her. Dort ist aus meiner Sicht eindeutig die Seite über den Urner Boden zu bevorzugen. Hat auch Richtung Glarus den schöneren Auslauf. Problematisch halte ich bei langen Passabfahrten die Überhitzungsgefahr der Felgen. Nicht so lustig, wenn bei langen Abfahrten der Schlauch platzt. Das ist mir einmal passiert. Ganz nett finde ich auch bezüglich Anreise die Abfahrt vom Oberalppass Richtung Disentis. Frohes Rollen.

Thomas
 
Huch, Du hast ja auch bereits einige ganz schöne Pässe hinter Dich gebracht.

Beim Pragelpass ist die Abfahrt Richtung Muotathal auch steiler. Da werden die Bremsen sicher weitaus mehr gefordert als Richtung Glarus. Obwohl ich mich über höhere Geschwindigkeit freue (60km/h oder gar schneller) sind mir Abfahrten mit 30-45km/h weitaus sympatischer und die Bremsen werden nicht so beansprucht.

Ich hatte in diesem Jahr zwei Abfahrten, da machte ich mir auch Sorgen über die Felgenerhitzung. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Bericht, den ich gerade bearbeite:

In Tumegl/Tomils erlebte ich keine schöne Abfahrt. Sie führte runter nach Rothenbrunnen. Der Tacho zeigte gut 16% Gefälle an (mein Bauchgefühl sagte, es wäre steiler) und ich war nur noch ununterbrochen am Bremsen. Zum ersten Mal fühlte ich mich nicht mehr so wohl und hatte Angst, dass sich die Felgen zu stark erhitzen könnten. Ich legte zwei Abkühlpausen ein und war erleichtert, als das Gefälle endlich unter 10% fiel.

Die zweite Abfahrt war von der Skihütte Obererbs (alles asphaltiert) runter nach Elm: Mehrheitlich 12-14% Gefälle. Ich legte vier Felgenabkühlpausen ein, davon eine mit Brunnen. Interessant fand ich, dass das Hinterrad mit Kastenfelge schneller abkühlte als das Vorderrad mit Hohlkammerfelge.

... Nicht jeder Pass ist wirklich Brommie geeinigt. ...
Jep, wenn das Brommie nicht mit guten Berggängen, die Passstrasse fast nur aus Schotter besteht oder die Abfahrt über längerer Zeit sehr steil runter geht, unterschreib ich das auch. Allerdings habe ich diesen Sommer mit dem Brommie einen kleineren Pass bezwungen, der bei Komoot unter MTB-Strecke läuft und bei Quäldich.de für Rennvelos wegen der Steilheit mit Schotterpassage als Auffahrt (Südseite) nicht empfohlen wird. Diese Geschichte taucht dann auch im selben Bericht wie oben bereits Zitiert auf.

Griessli
Tipsi
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, ich muss Dir wirklich mal den Denzel zukommen lassen, um noch mehr abenteurige Tourberichte von Dir zu lesen! :)

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Zitat von der Webseite:
GROSSER ALPENSTRASSENFÜHRER, 28. Ausgabe

Diese aktualisierte und erweiterte Ausgabe enthält:

rund 700 Hochpunkte (Asphalt- und Schotterstraßen)
111 Kartenskizzen
345 Farbfotos
ein länderweises Farbleitsystem
Symbole für leichte und schwierige Schotterpisten
Fahrtechnische Beurteilungen nach Schwierigkeitsgraden von 1 bis 5
Symbole für Mautstraßen


Das Ding war früher so eine Art Bibel, wollte man in den Alpen ein bisschen "off the beaten track" unterwegs sein. Habe ich leider lange nicht mehr genutzt und meine jüngste Ausgabe (die 22.) schaut mich immer so vorwurfsvoll aus dem Bücherregal an...
 
Offtopic: Die Frage der Brommie-Eignung habe ich mir bei meinen letzten Reisen auch gestellt, als ich Teile des Ostseeküstenradwegs nördlich von Lübeck, entlang der Kanäle Elbe-Lübeck und Elbe-Seiten und kürzlich entlang des Inn nördlich von Rosenheim gefahren bin.
Mit einigermaßen luftgefülltem Vorderreifen zur Vermeidung von Durchschlägen und ordentlich Gepäcklast vorne stieß ich in jede kleine Vertiefung oder hoppste über jeden Stein. Spätestens nach einer halben Stunde schliefen mir die Hände ein. Offensichtlich muss ich die Wegequalität stärker berücksichtigen.
 
Ich glaube, ich muss Dir wirklich mal den Denzel zukommen lassen, um noch mehr abenteurige Tourberichte von Dir zu lesen! :)
Ich seh schon, Du willst statt dem Töff mein Brommie im Hintergrund (Bild vom Denzelverlag) sehen und im Bericht lesen, WIE ich das geschafft habe. Warum trage ich auf meinen Touren Wanderschuhe?:)

@gebronaut
Auch ich fahre lieber auf Asphalt als auf Schotterwegen (ausser hier bei der Gemeinde Gempen im Kanton Solothurn. Da sind die Asphaltstrecken nicht besser wie Schotterwege). Bei Schotterwegen (auch Pflastersteine) muss ich gegenüber Asphalt einen Gang runterschalten, bei Steigungen teilweise sogar 2 Gänge. Das Geschüttel und Gerüttel ist mit der Zeit nur noch nervig. Da kann ein schön breiter Pneu helfen, der aber auf Asphalt wieder mehr Wiederstand hat. Da gibt es nur eine Lösung: Zwei Brommies mitnehmen: Eines für Aspahlt und eines für Schotterpisten.

Griessli
Tipsi
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie schaffst Du am Brompton denn einen breiten Pneu unterzubringen? Der Faltenreiche hat das ja vor Jahren mal mit Ben Cooper realisiert: statt 349er Felge hat er die gewöhnlichen 16 Zoll mit 305 mm Reifensitz und 50er BigApple verbaut. Dazu braucht es aber tiefe Eingriffe an Gabel und Hinterbau incl. Umrüstung auf Scheibenbremse.
Je nach Herstellungszeitpunkt schwanken die Freiräume bei den Serienrädern für die Reifen erheblich, wie du im Reifen-Faden lesen kannst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie schaffst Du am Brompton denn einen breiten Pneu unterzubringen?
Rad ausbauen, schmaler Pneu runter, breiter drauf, einbauen mit viel gewürge und dann ja nicht aufpumpen. :ROFLMAO: Es ist das selbe Problem wie für eine gute berggängige Schaltung. Dafür ist z.B. der Hinterbau auch zu schmal.

Wie ging nochmals mein Wunsch im damaligen alten Forum? Jemand in der Chef-Etage, der Knieprobleme hat. Dann gehen gleich zwei meiner Wünsche in Erfüllung: Breiterer Hinterbau für mehr Gangschaltungen und feinere Gangabstufungen. Ein breiterer Pneu wäre dann auch möglich (vielleicht mit 15 oder 14 Zoll Räder).

Griessli
Tipsi
 

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