Drehmomentschl├╝ssel aber welcher?

marubromi

aktives Mitglied
­čöž­čöž­čŤá´ŞĆ­č¬Ť Hallo an Alle,
ich m├Âchte mir einen Drehmomentschl├╝ssel (DS) zulegen und habe im Internet in letzter Zeit danach recherchiert. Die Auswahl ist gro├č, zu gro├č f├╝r mich einen Laien. Was ich schon "ausgekl├╝gelt" habe, w├Ąre:
-- ist DS 2-24 Nm bei Brompton ausreichend?
-- in beide Richtungen verstellbar (f├╝r Pedalewechseln wichtig und das werde ich bald tun)
-- das "klick" sollte gut h├Ârbar sein.
-- kein elektronisches, weil Baterie und teurer (oder es gibt vielleicht doch Argumente daf├╝r)
-- preislich bis ca. 70 ÔéČ (willkommen kosteng├╝nstige bei guter/ausreichender Qualit├Ąt)
Ich bin eine gelegentliche "Schrauberin" und habe bis jetzt kein Gef├╝hl f├╝r den richtigen Moment entwickelt, wann man einfach aufh├Âren sollte. Und das Experimentieren an meinen :Brompton: m├Âchte ich vermeiden.

Deswegen ich w├╝rde mich freuen ├╝ber eure Empfehlung f├╝r einen DS. Wer welchen hat und ist zufrieden bzw. unzufrieden.
Oder ├╝ber Gedanken dar├╝ber.

P.S wenn das doch in forum unter "Zubeh├Âr" soll, bitte verschieben. Ich war mir nicht ganz sicher:)
 
Ich glaube das ist nicht die Antwort die du h├Âren m├Âchtest, aber f├╝r gelegentliches Schrauben, f├╝r die Pedale und insbesondere f├╝r das Brompton ist ein Drehmoment-Schl├╝ssel wirklich unn├Âtig.

Gib die 70 Euro f├╝r was besseres aus: Brompton-Tuning zum Beispiel ­čśÇ
 
Unter 70 Euro empfehle ich
Proxxon, Rhasol oder Format.

├ťber 70 Euro Hazet, Syntace(Werra) und Gedore.

Bitte beachte, das ein Drehmomentmessmittel regelm├Ąssig
kalibriert werden sollte, was praktisch
allerdings nur Gewerbliche machen.
 
Zum ersten Punkt deiner Frage vielleicht ganz hilfreich: das Brompton-Handbuch listet (auf Seite 13, z.B. in dieser Version*) das empfohlene Drehmoment f├╝r die meisten Schraubverbindungen. Gerade bei den Pedalen (30NM) w├╝rde ein DS mit 2-24NM also nur "24NM und dann nach Gef├╝hl noch etwas oben drauf" ;) erm├Âglichen.

Edit: *das analoge Dokument f├╝r die P-Line hier; Seite 14
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerade bei den Pedalen (30NM) w├╝rde ein DS mit 2-24NM also nur "24NM und dann nach
Ich m├Âchte auf meinem P Line die Standard Pedalen ausbauen und zu T line leichten Steckpedalen wechseln. Die Instruktion, wie man es tut, habe ich auf Youtube bei Brillantbike gefunden und da zeigt die Frau (ab 3.35min bei Steckpedal und ab 4.40min bei dem anderen ) auch welche Nm man dazu einstellen soll. Ich habe Foto vom Bildschirm gemacht. Das sind 11.8 Nm und 20Nm. Die 30 Nm, ich glaube aber wei├č nicht genau, braucht man vielleicht beim Wechsel von Standard Pedalen ? Sonst nat├╝rlich h├Ątte 2-24 DS nicht gereicht
Danke sehr f├╝r deine wichtige Erkl├Ąrung, daran habe ich nicht gedacht

11.8 Nm Steckpedal.jpg 20 Nm normal Pedal.jpg
 
Sorry, aber wer f├╝r das Wechseln von Pedalen einen Drehmoment-Schl├╝ssel will, dem / der ist wirklich nicht mehr zu helfen...
 
Falls Anziehen mit definiertem Drehmoment n├Âtig ist, hat ein Drehmomentschl├╝ssel seine Berechtigung. F├╝r den gelegentlichen Gebrauch muss es nicht der Teuerste sein.
Zum L├Âsen von Schrauben (besonders von festsitzenden) besser keinen Drehmomentschl├╝ssel verwenden, um die Messmechanik nicht zu verstellen oder zu besch├Ądigen.
 
Und wieder habe ich was gelernt :cool:
So ganz unrecht hat er aber nicht. Nat├╝rlich haben Schrauben ein Soll- und ein maximales Drehmoment, aber ├╝ber 100 Jahre und l├Ąnger kamen Fahrradmechaniker v├Âllig problemlos ohne Drehmomentschl├╝ssel aus. Die alte Weisheit "nach fest kommt ab" in Kombination mit dem Wissen, dass kleine Schrauben weniger Kraft brauchen und vertragen als gro├če plus Gef├╝hl im Arm und Erfahrung war v├Âllig ausreichend und ist das gr├Â├čtenteils heute noch.

Nat├╝rlich will die Industrie immer wieder neues Zeug verkaufen und redet einem deshalb ein, man br├Ąuchte so allerlei, das man noch nicht hat - meistens ist das jedoch Quark. F├Ąllt einem z.B. sehr deutlich auf, wenn man in den Alpen unterwegs ist und auf bestausger├╝stete Touristen trifft, die f├╝r ihr flammneues edles hochspezialisiertes Material hunderte oder gar tausende von Euro ausgegeben haben w├Ąhrenddessen der Einheimische irgendein billiges generisches Fetzenzeug vo Aldi verwendet (und das seit 20 Jahren) und trotzdem sowohl schneller auf dem Berg ist als auch nicht von der Bergrettung ausgeflogen werden muss... ;)

Drehmomentschl├╝ssel sind dort sinnvoll, wo empfindliches Material im Spiel ist. Am Fahrrad ist das im Wesentlichen Carbon. Dort gilt klar "wo rohe Kr├Ąfte sinnlos walten"... In der Summe neigen die meisten Leute n├Ąmlich dazu zu fest zu ziehen und nicht zu lose. Abseits von Carbon kommt es in der Regel auf ein bisschen mehr oder weniger nicht wirklich elementar an und wer seit vielen Jahren sein Rad wartet hat das nach einiger Zeit durchaus im Gesp├╝r, wenn die H├Ąnde nicht voller Daumen sind. Und da es am Brompton abseits des T-Line kein Carbon gibt (und auch da nur sehr wenig) kommt man da durchaus wunderbar mit Erfahrung aus.
Vor der Carbonmanie hatte auch kaum ein Radschrauber ├╝berhaupt einen DehMo oder sich auch nur Gedanken dar├╝ber gemacht - in den letzten Jahren wurde der Materialfetischismus aber recht extrem.

Wenn die H├Ąnde voller Daumen sind hilft ein Drehmomentschl├╝ssel auch nichts - denn der will auch gekonnt eingesetzt sein. Ob das Gewinde gefettet ist oder nicht macht z.B. eine geh├Ârigen Unterschied beim Drehmoment und dass ein Drehmomentschl├╝ssel entspannt gelagert werden will (und theoretisch regelm├Ąssig kalbiert werden m├Âchte) sollte man auch wissen.

Selbst arbeite ich nur sehr selten mit dem Drehmomentschl├╝ssel und so f├╝rchterlich viele Jahre ist der Kauf auch noch gar nicht her. In der Priorit├Ątenliste der Werkstattausstattung w├╝rde ich ihn auch recht weit hinten ansiedeln, deutlich hinter vern├╝nftigen Schraubenschl├╝sseln, -drehern, und ebensolchen Innensechskantschl├╝sseln. Und diversem Spezialwerkzeug wie Nippelspanner, Lenkkopflagerschl├╝ssel etc.. Und vor allem einem vern├╝nftigen Montagest├Ąnder. Das alles kommt wesentlich h├Ąufiger zum Einsatz und ist wesentlich relevanter f├╝r Schrauberspass und Schrauberfolg.

Es spricht nichts gegen den Erwerb eines Drehmomentschl├╝ssels - aber auch ohne geht die Welt nicht unter und wahrscheinlich schrauben deutlich ├╝ber 90% der Radreparierer ohne, ob nun privat oder beruflich. Und wenn man die Historie mit einbezieht eher 99,9%.

Brauchbare Marken daf├╝r hast Du ja schon genannt bekommen, also lass Dich nicht abhalten. Man muss und soll ja manchmal auch Sachen machen und kaufen einfach weil sie Freude machen, nicht nur weil sie notwendig sind. ;)
 
­čöž­čöž­čŤá´ŞĆ­č¬Ť Hallo an Alle,

-- in beide Richtungen verstellbar (f├╝r Pedalewechseln wichtig und das werde ich bald tun)
Die beiden Pedale haben unterschiedliche Gewinde, Links- & Rechtsgewinde. Beim Festschrauben muss es also in beiden Drehrichtungen "klicken" k├Ânnen.

Das Pedalgewinde hat eine sehr gro├če Steigung und lockert sich daher relativ leicht. Bei der Montage Schraubenkleber in "l├Âsbar" verwenden. Wenn zum Schraubenkleber noch Korrosion dazu kommt, k├Ânnen die Pedale nach einigen Jahren sehr fest sitzen. Bei meinem letzten Pedalwechsel habe ich einen Winkelinnensechskantschl├╝ssel verdreht. Das Beste ist eine Innensechskantnuss f├╝r Schlagschrauber, da verdreht sich nichts. Oder wenn die Pedale das erlauben, ein langer 15er Maulschl├╝ssel.

Eine d├╝nne Unterlegscheibe zwischen Stahl-Pedalachse und Aluminium-Kurbel ist auch n├╝tzlich. Der harte Stahl kann unter Umst├Ąnden das weiche Aluminium abschaben, die Pedalachse fr├Ąst sich in die Kurbel.
 
Das Pedalgewinde hat eine sehr gro├če Steigung und lockert sich daher relativ leicht. Bei der Montage Schraubenkleber in "l├Âsbar" verwenden. Wenn zum Schraubenkleber noch Korrosion dazu kommt, k├Ânnen die Pedale nach einigen Jahren sehr fest sitzen. Bei meinem letzten Pedalwechsel habe ich einen Winkelinnensechskantschl├╝ssel verdreht. Das Beste ist eine Innensechskantnuss f├╝r Schlagschrauber, da verdreht sich nichts. Oder wenn die Pedale das erlauben, ein langer 15er Maulschl├╝ssel.

Eine d├╝nne Unterlegscheibe zwischen Stahl-Pedalachse und Aluminium-Kurbel ist auch n├╝tzlich. Der harte Stahl kann unter Umst├Ąnden das weiche Aluminium abschaben, die Pedalachse fr├Ąst sich in die Kurbel.

Das kann ich nicht best├Ątigen, im
Gegenteil.
Das Pedalgewinde schmieren, um bei
Titan und Alu Kontaktkorosion zu vermeiden.
Keine Schraubensicherung!
Die Unterlegscheiben sind bei hochwertigen Alukurbeln unn├Âtig.

Ausnahme Carbonkurbeln mit eingeklebten Pedalgewinde:
Hier genaue Herstellerangaben
einhalten. Ohne Drehmomentschl├╝ssel
wird die Gewindeh├╝lse besch├Ądigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab einen DS ├Ąhnlich diesem:

Bei Pedalen w├╝rde ich tats├Ąchlich auch nicht auf die Idee kommen, den zu verwenden, weil diese recht gro├čen Gewinde einen gro├čen Drehmoment-Bereich vertragen. Wichtiger finde ich sowas bei kleineren Schrauben wie am Vorbau oder beim Reiserad an der Exzenter-Klemmung, weil dort der Rahmen halt hin ist, wenn man das alles zu sehr zusammenzieht. Auch Rohloff hat viele Drehmoment-Angaben, die nicht nach pauschalen Werten klingen und die beispielsweise helfen k├Ânnen, um Bauteile nicht zu verspannen.
Ich fand es vor allem mal ganz interessant, das eigene Gef├╝hl gegen die vorgegebenen Werte zu kalibrieren und wei├č jetzt aber, dass ich bisher schon nicht so weit daneben gelegen habe.
 
ich benutze den DS haupts├Ąchlich f├╝r Carbon-Bauteile oder sehr zarte Alu-Konstruktionen. Der Magura-Bremsgriff m├Âchte an z.b. seiner Schelle nur 4 Nm haben, das ist verdammt wenig, reicht aber und mehr bedeutet schnel "kaputt". Bei Werkzeug-Priorit├Ąt w├╝rde ich das Geld am ehesten in eine Bowdenzug-Abschneid-Zange und eine gute Crimp-Zange stecken. Das erspart viel ├ärger.
Juliane
 

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