Bremsen (pimpen)

Olli

Mitglied
Liebes Forum,

einen habe ich noch: ich bin mit der Bremskraft meiner Bremsen an der P-Line noch nicht ganz zufrieden, sie könnten etwas besser zupacken (aka bissiger sein).

Mir ist durchaus klar, dass es hier konstruktionsbedingte Einschränkungen gibt, dennoch könnte hier etwas mehr kommen 😉

Aktuell ist es mir nicht möglich, bei einer Vollbremsung mit beiden Bremsen das Hinterrad zu blockieren - eine Notbremsung hat dadurch einen erheblichen Anstieg des Adrenalinspiegels zur Folge 😁.

Was habe ich bisher gemacht?
1. Vorne sind die blauen Bremsbeläge montiert.
2. die Beläge vorne sind leicht angeschrägt montiert (toe in).
3. Die Beläge ich habe mit Schleifpapier angeraut bzw. eine mögliche Verglasung entfernt.
4. Die Felgenflanken reinige ich regelmäßig, hier macht es aber keinen Unterschied, ob ich Spüli oder Bremsenreiniger verwende.
5. Die Bremszüge laufen seidenweich.
6. Die Beläge sind akkurat ausgerichtet und berühren gleichzeitig die Felgenflanken.

Sämtliche Maßnahmen haben leider nicht wirklich einen Erfolg gebracht. Interessanterweise ist die Bremskraft an meinem Bio-Brompton (H6L) besser, obwohl ich an beiden Brompton die Bremse gleich einstelle / ausrichte / pflege.

Habt ihr vielleicht einen Tipp?

Vielen Dank und viele Grüße,
Oliver
 
Ich versuch mal eine Hypothese. Kann es sein, dass die Bremshebel/Züge sehr stramm eingestellt sind (ist ja ein neues Rad) und dass der Druckpunkt, von dem an die Bremsen greifen, sehr früh einsetzt? Dann hast du nämlich noch nicht die Möglichkeit die volle Handkraft ein zu setzen, die Finger/Hand schließen noch nicht ausreichend. Der Arbeitswinkel ist noch nicht erreicht.
Bin gespannt auf Deine Antwort.

Juliane
 
Aktuell ist es mir nicht möglich, bei einer Vollbremsung mit beiden Bremsen das Hinterrad zu blockieren...
Hallo Oliver,
das finde ich in der Tat ungewöhnlich.
Neben Julianes Tip fällt mir ein:
Ist auf den neuen Felgen evtl. eine Eloxal- oder noch eine Lackschicht auf der Bremsfläche?
Sind die Bremsklötze genau auf die Felge ausgerichtet - also liegen sie beim Zupacken vollflächig an?
Ist die Materialpaarung Bremsbeläge / Felge hinten optimal? Ich fahre v+h die lachsfarbenen Koolstop - damit kann ich sowohl vorne als auch hinten das Rad zum Blockieren bringen, nebenbei schonen sie die Felgen (verschleißen dafür schneller).
Ist der Bremszug nach hinten ohne zu kleine Radien oder gar Knicke verlegt?
Lass uns wissen, wie es weitergeht.
Carsten
 
Ich versuch mal eine Hypothese. Kann es sein, dass die Bremshebel/Züge sehr stramm eingestellt sind (ist ja ein neues Rad) und dass der Druckpunkt, von dem an die Bremsen greifen, sehr früh einsetzt? Dann hast du nämlich noch nicht die Möglichkeit die volle Handkraft ein zu setzen, die Finger/Hand schließen noch nicht ausreichend. Der Arbeitswinkel ist noch nicht erreicht.
Bin gespannt auf Deine Antwort.

Juliane
Eigentlich nicht. Ich habe ja 2 Brommies, die ich nahezu gleich eingestellt habe. An meinem Bio-Brompton greifen die Bremsen zufriedenstellend, an meinem Electric nicht. Und am Bio Brompton habe ich keinen „toe in“ eingestellt.

@Drosselklappe
Ist auf den neuen Felgen evtl. eine Eloxal- oder noch eine Lackschicht auf der Bremsfläche?
—> Nach meinem Verständnis sollte das bei einer neuen Felge nicht der Fall sein, ich probiere es mal mit Stahlwolle.
Sind die Bremsklötze genau auf die Felge ausgerichtet - also liegen sie beim Zupacken vollflächig an?
—> Definitiv ja.
Ist die Materialpaarung Bremsbeläge / Felge hinten optimal? Ich fahre v+h die lachsfarbenen Koolstop - damit kann ich sowohl vorne als auch hinten das Rad zum Blockieren bringen, nebenbei schonen sie die Felgen (verschleißen dafür schneller).
—> Ich habe vorne die blauen und hinten die schwarzen Brompton Beläge montiert. An meinem Bio Brompton funktioniert dieses Paarung 1A, einen Unterschied zwischen den lachsfarbenen Koolstop und den blauen Brompton konnte ich an diesem Rad nicht feststellen.
Ist der Bremszug nach hinten ohne zu kleine Radien oder gar Knicke verlegt?
—> Ja, die Züge laufen butterweich. Da sind die Züge an meinem Bio Brompton schon deutlich rauer, bei besserer Bremskraft.

Nach dem Ausschlussverfahren bleibt nicht viel übrig, außer der Felge am Electric. Wurde hier vielleicht eine Felge aus einer anderen Aluminiumlegierung verbaut (aus Gewichtsgründen)? Das könnte eine Erklärung sein.

Viele Grüße, Oliver

P.S.: ich habe bei meiner P-Line außerdem festgestellt, dass das Hinterrad ca. 2 nach links versetzt zum Vorderrad läuft. Ich habe eine Mail an Brompton geschrieben, mal sehen, was sie sagen.
Irgendwie scheine ich bei dem Rad ein Problemrad erwischt zu haben.

P.P.S.: Einziger Trost: die P-Line habe ich über Jobrad geleast. Hätte ich das Rad gekauft, würde ich mich deutlich mehr ärgern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach dem Ausschlussverfahren bleibt nicht viel übrig, außer der Felge am Electric. Wurde hier vielleicht eine Felge aus einer anderen Aluminiumlegierung verbaut (aus Gewichtsgründen)? Das könnte auch noch eine Erklärung sein.
Das glaube ich nicht, sehe aber noch einen anderen Punkt: Die Tatsache, dass es sich um ein Electric handelt. Mein subjektiver (!) Eindruck ist, dass man mit einem elektrifizierten Brommi in der Summe "zackiger" unterwegs ist und die Bremsen mehr gefordert werden als an einem muskelbetriebenen Rad. Ich hatte an meinem Brompton mit Swytch definitiv diesen Eindruck (und auch den, dass die Bremsleistung sich ab und an ziemlich am Limit anfühlte).
 
Guter Hinweis, aber das würde ich in meinem Fall eher ausschließen. Ich denke auch nicht, dass der Gewichtsunterschied der beiden Räder (3 kg) eine Rolle spielt. Ja, ich bin mit dem Electric insgesamt zügiger unterwegs, aber wenn ich von 20 km/h runterbremse, sollte sich das wenigstens ähnlich anfühlen.

Mit dem Bio blockiert das Hinterrad bei einer Vollbremsung, bei dem E nicht. Der Unterschied zwischen den beiden Rädern ist deutlich.
 
Ich hänge immer noch an der Reibpaarung Felge <-> Beläge. Die anderen Problemstellen kann ich so gut wie ausschließen, da ich ja ein Brommie habe, wo die Bremse bremst, und beide Räder identisch aufgebaut sind.

Muss eine Felgenbremse eventuell auch erst eingebremst werden?

Obwohl: nach ca. 500 km sollte das eigentlich so sein.

Ich bitte um Nachsicht, ich bin in den letzten Jahrzehnten ausschließlich Scheibenbremsen gefahren, um diese brauchten ein paar Tage, bis sie richtig gegriffen haben. Meine Erfahrung mit Felgenbremsen ist daher (noch) nicht so groß.
 
Guter Hinweis, aber das würde ich in meinem Fall eher ausschließen. Ich denke auch nicht, dass der Gewichtsunterschied der beiden Räder (3 kg) eine Rolle spielt. Ja, ich bin mit dem Electric insgesamt zügiger unterwegs, aber wenn ich von 20 km/h runterbremse, sollte sich das wenigstens ähnlich anfühlen.
Rein physikalisch natürlich richtig, das wäre ja bei meinem Swytch-Brommi auch nicht anders. Dennoch meine ich den geschilerten Effekt zu bemerken.
Mit dem Bio blockiert das Hinterrad bei einer Vollbremsung, bei dem E nicht.
Die Frage stellt sich ohnehin, wozu das gut sein sollte. Ein blockierendes Hinterrad hat eine schlechtere Bremsleitung als ein nicht blockierendes.
Ich hänge immer noch an der Reibpaarung Felge <-> Beläge. Die anderen Problemstellen kann ich so gut wie ausschließen, da ich ja ein Brommie habe, wo die Bremse bremst, und beide Räder identisch aufgebaut sind.
Das zweite halte ich für eingen gefährlichen Schluss, denn Du nimmst vollständige Information und Fehlerfreiheit an - beides ist aber nicht zwingend gegeben, sondern eben nur soweit Du erkennen kannst. So erzeugst Du einen potentiellen blinden Fleck.

Was ich mich noch frage: Du schreibst explizit von der Hinterradbremse und schreibst dann

Was habe ich bisher gemacht?
1. Vorne sind die blauen Bremsbeläge montiert.
Was ist denn hinten montiert? Und: Sind die Swissstop blue nicht Serie beim Electric?

Da das Rad ja noch nicht besonders alt sein kann würde ich persönlich ja schlicht zum Händler gehen. Dafür ist er da und dafür gibt es Gewährleistungspflichten.
 
@Olli
Du schreibst, dass das Hinterrad seitlich versetzt sei. Falls es dann anders zur Hinterrad-Bremse positioniert ist als das Hinterrad in deinem anderen Brompton, kann es durchaus zu unterschiedlichem Bremsverhalten an den Hinterrädern kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Olli
Du schreibst, dass das Hinterrad seitlich versetzt sei. Falls es dann anders zur Hinterrad-Bremse positioniert ist als das Hinterrad in deinem anderen Brompton, kann es durchaus zu unterschiedlichem Bremsverhalten an den Hinterrädern kommen.
Das ist ein guter Hinweis! Und es stellt sich die Frage:
ich habe bei meiner P-Line außerdem festgestellt, dass das Hinterrad ca. 2 nach links versetzt zum Vorderrad läuft.
Um zwei was? mm? cm? meter gar? :oops: :D
 
Ich hänge immer noch an der Reibpaarung Felge <-> Beläge. Die anderen Problemstellen kann ich so gut wie ausschließen, da ich ja ein Brommie habe, wo die Bremse bremst, und beide Räder identisch aufgebaut sind.

Muss eine Felgenbremse eventuell auch erst eingebremst werden?
Ein neuer Bremsgummi hat ggf. eine etwas glattere Oberfläche als ein gleicher benutzter. Ein alter (evtl. überlagerter) Bremsgummi kann härter sein als ein gleicher junger. Eventuell sind sogar gleich sein sollende Bremsgummis aus unterschiedlichen Chargen nicht identisch.

Die Oberfläche der Felgenflanke verändert sich durch die Reibung mit Bremsgummi und Schmutz usw. etwas. Seit die Hersteller die Flanken abdrehen kann man aber auch mit neuen Felgen gut bremsen. Früher war das erst dann so richtig der Fall, nachdem man die Eloxalschicht selbst (durch Bremsen) "abgedreht" hatte.
 
Ich würde da jetzt keine Wissenschaft draus machen. Klar ist, die Felgenbremsen am Brommi sind von der Bremsleistung her schlechter als Scheibenbremsen, aber im Normalfall völlig ausreichend. Leser des alten Forums werden sich vielleicht erinnern, dass es vor einigen Jahren einen ziemlich fragwürdigen Test der Zeitschrift Ökotest gab, in dem die Bremsen des brommi bemängelt wurden und behauptet, sie würden die geforderten Normwerte nicht einhalten.
Die ISO-Normen für Fahrräder sind leider nicht öffentlich kostenfrei zugänglich, aber es stellte sich hinterher heraus: es gibt zwei zulässige Testverfahren für die Ermittlung der Bremsleistung: eine auf dem Prüfstand (die hatte Ökotest gewählt) und eine im Fahrbetrieb (die hatte Brompton benutzt und bestanden). War also ein Sturm im Wasserglas und so windig wie der Rest des Ökotest-Artikels auch.

Dennoch wurden im Nachgang durch Voss neue Bremsbeläge mit besserer Bremsleistung für die neuen und neueren Brommis spendiert. Und es kann sein, dass in dem Zuge auch das zulässige Gesamtgewicht des Brommis verringert wurde - das war meiner Erinnerung nach früher höher als heute. Kann aber auch sein, dass das schon früher passiert ist.

Das Electric hat jedenfalls ab Werk die Swissstop Blue.

In der Praxis habe ich an meinen Brommis schon alle möglichen Beläge gefahren, was grade so verfügbar war. Bevorzugen tue ich wie viele andere idR die Koolstop Salmon, aber die Bremsleistung war auch mit sämtlichen anderen Belägen ok genug. Auch ohne die Felgenflanken regelmässig zu reinigen o.ä.. Einbremsen von Belägen lasse ich mir ja noch angehen, von Werksfelgen aber eher nicht. Das sollte schlicht funktionieren.

Irgendwas scheint bei @Olli da also etwas schräg zu sein und ein aussermittiges Hinterrad erscheint da zumindest verdächtig.
 
Könnte auch sein, dass die Sitzhaltung auf den beiden Fahrrädern unterschiedlich ist, sodass bei einem eine geringere Last auf dem Hinterrad liegt, weshalb dieses früher zum Blockieren neigt.
 
Da ich den Knopf für Teilzitate noch nicht gefunden habe, und der Übersichtlichkeit halber nicht die gesamten Beiträge zitieren möchte, versuche ich es auf diesem Weg:

@berlinonaut
Das blockierende Hinterrad habe ich als Maß für die Bremskraft der Vorderbremse genommen. Packt die Vorderbremse gut, wird das Hinterrad entlastet und blockiert. Ist die Vorderbremse zu schwach, wird das HR nicht ausreichend entlastet und blockiert nicht.

Versatz der Räder: 2 cm

Blinder Fleck: da hast du wohl recht, ich werde versuchen, das P-Line Problem eigenständig anzugehen.

@ThorstenB
Die Bremse hinten scheint einigermaßen zentriert zu sein. Selbst wenn nicht: mit der VR Bremse hat das ja erstmal nix zu tun.

Die Sitzposition kann ich tatsächlich ausschließen. Beide Räder haben H-Lenker, Teleskopsattelstütze und sind auf +\- 1-2 mm gleic ausgerichtet.

Den Händler habe ich bereits über das Problem mit den versetzten Rädern informiert, auch er wartet auf die Rückmeldung von Brompton.

Mit den Bremsen war ich noch nicht da, ich hatte eigentlich gehofft, dass es hier eine einfache Lösung gibt, die ich noch nicht kannte. Außerdem weiß ich nicht, inwieweit sich der Händler hier auf eine Diskussion einlässt, weil: das Rad bremst ja.
 
2 cm versetzt ist zu viel. Wie und Wo hast Du es gemessen? Bei 2cm Versatz innerhalb des Hinterbaus müsste es mindestens im Rahmen schleifen, wenn nicht sogar blockieren.
Ich hatte schon mal einen schiefen Hinterbau in einem Brompton, vor ca 2-3 Jahren, das ist dann aber wirklich ein Fall für den Händler, bzw. Brompton England.

Juliane
 
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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Die Leiste ist gerade und liegt an zwei Punkten am HR an (Sekante).
 
@Olli
Ich hatte dich bisher so verstanden, dass sich deine Kritik besonders gegen die Bremsleistung am Hinterrad des Electric richtet, weil du dieses nicht zum Blockieren bringst.
Im Electric-Vorderrad ist die rotierende Masse größer als im Non-Electric-Vorderrad. Allein das ist ein Umstand, der unterschiedliches Bremsverhalten in den verglichenen Vorderrädern bewirken kann.
 
@Olli
Ich hatte dich bisher so verstanden, dass sich deine Kritik besonders gegen die Bremsleistung am Hinterrad des Electric richtet, weil du dieses nicht zum Blockieren bringst.
Im Electric-Vorderrad ist die rotierende Masse größer als im Non-Electric-Vorderrad. Allein das ist ein Umstand, der unterschiedliches Bremsverhalten in den verglichenen Vorderrädern bewirken kann
Nee, es geht mir um die Bremsleistung allgemein, vor allem im Vergleich zu meinem nicht elektrifizierten Brompton. 😉 Bzgl. des Rahmens bin ich ja in Kontakt mit meinem Händler und Brompton.
 

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